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Montag, 16.09.2019

GENERALVERSAMMLUNG

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Freitag 10. MAI

20.00 Uhr *Trachtenheim*

Chronik

Der Musikverein und die Idee
Die Idee zur Gründung einer Volkstanzgruppe hatte Herr Wolfgang Roth, aktiver Musiker im Musikverein „Henneburg“ Stadtprozelten. Sein Gedanke war eine Kindertanzgruppe, die zur Musik der Henneburger Musikanten tanzen sollte.
Nach mehreren Unterredungen bei der benachbarten Volkstanzgruppe „D’Bessenbachthaler“ Straßbessenbach, beschloss man bei einer Zusammenkunft im März 1987 im Cafe Wolz, eine Volkstanzgruppe zu gründen.
Die ersten Tanzproben
Am 15.03.1987 fand eine erste „Tanzprobe“ in der Stadthalle Stadtprozelten statt, die von der Volkstanzgruppe aus Bessenbach und Herrn Kreisheimatpfleger Josef Weiß, Faulbach geleitet wurde. Künftig traf man sich zu wöchentlichen Proben im Gasthaus „Hubertus“ bei Kathi und Alfred Kroth. Geübt wurden die ersten Tänze, der „Schwedentanz“, der „Dambert“ und der „Stampfer“. Der 1. Auftritt der Volkstanzgruppe war an der Maifeier des Musikvereins am 30.04.1987.
Wahl der Vorstandschaft
Am 18.09.1987 fand auf Wunsch des Musikvereins im Gasthaus „Hubertus“ die Wahl der Vorstandschaft der Volkstanzgruppe, als Sparte des Musikvereins „Henneburg“ statt. Gewählt wurden zum
1. Vorstand: Herr Wolfgang Grimm Schriftführer: Herr Michael Gössl
2. Vorstand: Flau Else Baumann Kassier: Herr Herbert Dümig
Sämtliche Vorstandsmitglieder wurden einstimmig gewählt. In der folgenden Zeit bemühte man sich um das Erlernen weiterer Tänze und um die Anschaffung einer bodenständigen Volkstracht.
Die Tracht
Am 16.10.1987 fand eine Trachtenberatung im Gasthaus „Hubertus“ statt. Geleitet wurde diese von Frau Helga Ständecke von der Trachtenberatungsstelle des Bezirks Unterfranken. Ferner waren neben uns Volkstänzern anwesend: Herr Josef Weiß – Kreisheimatpfleger, Herr Eugen Zöller - Historiker aus Dorfprozelten sowie Herr Johannes Heeg – Vorstand der Volkstanzgruppe „Frisch auf“, Eschau. Anhand von alten Zeichnungen, die ein Maler aus Mondfeld von Leuten aus Stadtprozelten im 19. Jahrhundert gezeichnet hatte, wurden die einzelnen Teile unserer heutigen „Henneburger Volkstracht“ zusammengestellt und nach und nach angefertigt. Die Kosten für die Tracht mussten anfangs durch die aktiven Volkstänzer aufgebracht werden. Erst nach Erhalt von Zuschussmitteln wurde die Hälfte der Kosten zurückerstattet.
Erstes Vereinsheim
Durch die Expandierung unserer Gruppe reichte bald der Platz für die Proben im Gasthaus „Hubertus“ nicht mehr aus. Mit Erlaubnis der Stadt Stadtprozelten probten wir nun im Saal der Stadthalle. Da es hier jedoch an der nötigen Wärme und Gemütlichkeit mangelte, suchten wir nach anderen Räumlichkeiten. Nach Verhandlungen mit dem Stiftungsamt Aschaffenburg, wurde uns der Speisesaal im ehemaligen Altenheim/Hospitalstiftung (Haus gegenüber der Kirche) vermietet. In mühevoller Arbeit wurde dieser Saal sowie die sanitären Anlagen renoviert bzw. neu eingebaut. Es musste sowohl die Wasserleitung als auch die Stromversorgung und die Entwässerungseinrichtungen neu installiert werden. Da uns hierzu auch die finanziellen Mittel fehlten und wir den Musikverein mit dieser Maßnahme nicht belasten wollten, streckte jedes aktive Paar DM 100,00 vor, die nach entsprechenden Einnahmen wieder zurückbezahlt wurden.
Eigenständigkeit
Nach vereinsinternen Schwierigkeiten im Musikverein, welche den Rücktritt des Vorstandes zur Folge hatte, beschloss die Sparte „Volkstanzgruppe“ in der Sitzung am 08.01.1988, der eine gemeinsame Sitzung mit dem Musikverein im Dezember 1987 vorangegangen war, - einen eigenständigen Verein zu gründen.
Gründungsversammlung
Am 19.02.1988 fand dann die Gründungsversammlung im Gasthaus „Hubertus“, Am Gräulesberg 11, Stadtprozelten statt. Nachdem der Spartenvorsitzende, Wolfgang Grimm der Versammlung nochmals die Gründe für den Austritt aus dem Musikverein dargelegt hatte, wurde der Wahlausschuss für die Wahl der Vorstandschaft gebildet. Er bestand aus den Herren: Tremel Erhard – 1. Bürgermeister, Paul Stapf – 3. Bürgermeister und Herrn Erich Riemer.
Gewählt wurde zum 1. Vorstand: Herr Wolfgang Grimm Schriftführer: Herr Michael Gössl
2. Vorstand: Frau Elise Baumann Kassier: Herr Herbert Dümig
1. Vortänzer: Herr Wolfgang Grimm Beisitzer: Herr Erich Riemer und 2. Vortänzer: Frau Elisabeth Dorsch Frau Hedwig Keller.
Danach beschloss man eine Vereinssatzung. Der Name unseres Vereins lautete ab nun:
Volkstanzgruppe „Henneburg“ Stadtprozelten.
Als Sinn und Zweck unseres Vereins wurde hauptsächlich die Pflege des Volkstanzes und das Tragen der Volkstracht festgelegt. An der Gründungsversammlung traten unserem Verein 26 Mitglieder bei.
Erste Auftritte und Aufnahme in den „Rhein-Main-Gau-Verband“
Erster Höhepunkt unseres jungen Vereins war der Auftritt im 3. Bayrischen Fernsehen (Frankenschau), am 08.06.1988. Die Aufnahmen erfolgten im alten Rathaus in Miltenberg, wo wir das „Mühlrad’l“ aufführten. Durch unsere freundschaftlichen Bande zu den benachbarten Trachtenvereinen aus Straßbessenbach, Altenbuch und Faulbach, wurden wir dem „Rhein-Main-Gau-Verband“ vorgestellt und an der Herbsttagung am 19.11.1989 einstimmig als 42. Verein in den Gau- verband aufgenommen. Durch die erhaltenen Zuschussmittel legten wir den Grundstein für die Gründung einer Jugendgruppe.
Gründung der Kindergruppe
Am Sonntag, den 04.03.1990 um 15:00 Uhr fand im Gasthaus „Hubertus“ die Gründungsversammlung zur Gründung einer Kindergruppe statt. 22 Kinder traten sofort unserem Verein bei. Mit Beschluss der Generalversammlung vom 16.02.1990 wurde Frau Christel Grimm zur 1. Jugendleiterin und Frau Johanna Haider zur 2. Jugendleiterin gewählt. Die Jugendgruppe zählte 1992 40 Kinder. Davon wurden bis dahin 36 Kinder vollständig mit unserer Tracht eingekleidet. Die Jugendgruppe ist der Stolz unserer Vereins und fand auch bei Ihren bisherigen Auftritten und Mitwirkung bei Festzügen großen Anklang bei der Bevölkerung.
Neubau unseres Trachtenheimes
Auf der Fahrt zur Gaufrühjahrsversammlung am 10.03.1991 nach Pirmasens, unterbreitete uns unser Trachtenkamerad und heutiges Ehrenmitglied, Hans Herrmann aus Altenbuch, seinerzeit 1. Vors. des G.T.E.V. „D’Spessartbuam“ Altenbuch, das Angebot zum Erwerb eines zwei Jahre alten Baubüros, welches derzeit in Frankfurt stünde. Bereits auf der Hinfahrt zur Frühjahrsversammlung wurde das Gebäude besichtigt und noch am Abend des 10.03.1991 durch die Vorstandschaft der Kauf desselben beschlossen. Das Gebäude wurde in mühevoller Arbeit in der Zeit vom 04. bis 13.04.1991 von uns in Frankfurt abgebaut und nach Stadtprozelten gebracht. Nach Verhandlungen mit der Stadt Stadtprozelten, wurde uns ein Bauplatz im Baugebiet „Kleine Steig“ auf 99 Jahre verpachtet. Anfang September 1991 wurde dann der Grundstein für den Neubau eines „Trachten-Jugendheimes“ gelegt. Da fast alle Arbeiten in Eigenleistung erbracht wurden, dauerten die Arbeiten bis September 1993. Vom 25. bis 27. September 1993 wurde dann über drei Tage die Einweihung des neuen Trachten-Jugendheimes gefeiert. Seit dem 15.12.1992 ist die Volkstanzgruppe „Henneburg“ ein eingetragener Verein und führt ab dato den Namen Volkstanzgruppe „Henneburg“ Stadtprozelten e.V.. Im Jahre 1998 wurde unser Verein 10 Jahre alt und feierte dies gebührend über drei Tage in einem 3000 Mann-Zelt am Main in Höhe der Mainfähre und verband dies mit der Anschaffung einer Vereinsfahne, die an diesem Fest feierlich geweiht wurde.
Unser Patenverein
Nach einer zuvor stattgefundenen Patenbitte im Dezember 1997 bei unseren Trachtenfreunden dem G.T.E.V. D’ „Spessartbuam“ Altenbuch, übernahmen sie die Patenschaft für die Weihe unserer neuen Vereinsfahne.
Ausklang
Man kann sicher sagen, dass es sich bei der Volkstanzgruppe „Hennburg“ Stadtprozelten um einen rührigen aktiven und gesunden Verein handelt, der auch in seien jungen Jahren schon sehr viel geleistet und durch die Pflege des Brauchtums, Stadtprozelten weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt gemacht hat.

Wolfgang Grimm
Stadtprozelten, im Dezember 2002